Der Wissenschaftliche Beirat des Radon Revital Bad informiert zum neuen Strahlenschutzgesetz

Im Jahr 2017 wurde im Strahlenschutzgesetz der Referenzwert gemäß einer Richtlinie der Europäischen Union vom 05.12.2013 für die Radon-Konzentration in häuslichen oder gewerblich genutzten Innenräumen von 300 Bq/m3 neu festgelegt. In den Medien werden deshalb gesundheitliche Risiken thematisiert, die durch ionisierende Strahlung verursacht werden kann.

Der Wissenschaftliche Beirat des Radon Revital Bad Menzenschwand informiert und klärt auf.

Die Radon-Balneotherapie wird seit über 100 Jahren wissenschaftlich erforscht und hat die Wirksamkeit der Anwendungen nachgewiesen. Trotz aller Therapieerfolge werden durch Schulmediziner die komplementären ortsgebundenen Heilmittel der Kurortmedizin oft viel kritischer betrachtet als die mit Risiken und Nebenwirkungen ausgestatteten pharmakologischen Medikamente. Leider verfügen viele Haus- und Fachärzte bei der Radontherapie nur über Halbwissen, da die Balneologie im Medizinstudium nur marginal gestreift wird. Das Ziel des Wissenschaftlichen Beirats des Radon Revital Bads ist es Ärzten und Patienten mit Informationsschriften den Nutzen und das mit der Radontherapie verbundene, ausschließlich hypothetische Strahlenrisiko zu veranschaulichen. 

Es ist festzustellen:

„Radon als Therapeutikum wird in keiner Weise gesetzlich durch Grenzwerte begrenzt, da grundsätzlich die mit einer medizinischen Anwendung von Strahlung verbundene Strahlendosis nur durch den Arzt in dessen Abwägung des individuellen Nutzens der Anwendung unter Berücksichtigung der sog. möglichen unerwünschten Wirkungen und nicht durch einen gesetzlich festgelegten „Grenzwert“ verantwortet wird. D.h. Radon als Therapeutikum ist hinsichtlich seiner Dosierung grundsätzlich nicht betroffen von gesetzlich niedergelegten Grenzwerten für Aktivität und Dosis in der medizinischen Diagnostik, so wie dies ganz allgemein für die Strahlenanwendung in der medizinischen Diagnostik gilt.

Gründe: 

  • Der Referenzwert bezieht sich auf Radon in Gebäuden, in denen sich Personen dauernd aufhalten können, und nicht auf Patienten, denen Radon als Therapeutikum medizinisch indiziert verabfolgt wird. Der Aufenthalt in Radon-Wannenbädern oder in Radon-Inhalatorien ist während einer gesamten Radon-Kur vergleichsweise kurz, auch bei wiederholten Kuren im Verlauf eines Lebens.
  • Selbst der für eine Radon-Kur im Wasser mindestens erforderliche Wert der Konzentration von Radon in Badewasser von 666 Bq/l führt in der Raumluft der Therapiestation zu Werten, die deutlich unterhalb des o.g. Referenzwertes für Räumlichkeiten mit Daueraufenthalt von Personen der allgemeinen Bevölkerung liegen.
  • Unter dem Gesichtspunkt der kurzen Aufenthaltszeiten ist auch die Raumluftkonzentration in den sonstigen Räumen der Therapiestation nicht von Belang.
  • Im Gegensatz zum Patienten hält sich das Personal im Jahresverlauf etwa 500 mal länger in den Therapieräumen auf als die Patienten während einer gesamten Radonwannenserie, ohne dass die daraus resultierende Strahlendosis die Schwankungsbreite der natürlichen Strahlenexposition erreicht oder gar überschreitet. Vielmehr bleiben auch diese beruflich bedingten Strahlendosen deutlich unterhalb des für diese Personengruppe gesetzlich festgelegten Grenzwertes der Strahlenschutzverordnung von 20 mSv/a (Millisievert pro Jahr).

Zusammenfassend heißt dies, dass der Referenzwert der EU von 300 Bq/m3 für die Radon-Konzentration nur für den Daueraufenthalt in häuslichen oder gewerblichen Innenräumen gilt. Er ist damit nicht anwendbar und einschränkend für die zeitlich beschränkte medizinische Anwendung von Radon zu Heilzwecken. Und selbst für das in Radon-Wannenbädern oder in Radon-Thermal-Heilbädern tätige Personal kommt der EU-Wert durch den dort zeitlich begrenzten Aufenthalt und die dort durchgeführten Strahlenschutzmaßnahmen nicht einschränkend zum Tragen, da für das beruflich strahlenexponierte Personal die im Strahlenschutzrecht gesetzlich festgelegten Grenzwerte bindend sind.

Im Übrigen ist festzustellen, dass die immer wieder gemachte Aussage, der Risikofaktor der Radon-Therapie sei Lungenkrebs durch die Inhalation von Radon und seinen Folgeprodukten, unzutreffend ist. Dem gegenüber zeigt die quantitative Bewertung des Lungenkrebsrisikos von Patienten der Radon-Therapie, dass selbst das hypothetische, unter sehr konservativen Annahmen berechnete Risiko höchstens bei einem Hundertstel  des spontanen Lungenkrebsrisikos unserer Bevölkerung  - Raucher eingeschlossen – liegt. 

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