IMURA-STUDIE: NACHHALTIGE SCHMERZ-LINDERUNG DURCH RADON-THERAPIE

Die Mitglieder des Vereins EURADON, darunter das Radon Revital Bad in St. Blasien-Menzenschwand führten von Mai 2009 bis Herbst 2010 eine internationale Radonstudie (IMuRa) zur Wirksamkeit von Radon-Behandlungsserien auf die Situation bei chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates durch. Diese Studie wurde ausschließlich mit eigenen finanziellen Mitteln des Vereins getragen. 

652 Probanden erhielten nach informiertem Einverständnis im Rahmen einer klinischen Studie in den Kureinrichtungen der EURADON-Mitglieder eine Serie von versorgungstypischen Anwendungen sowie die medizinische Betreuung durch die örtlichen Badeärzte mit insgesamt fünf Untersuchungsterminen – unmittelbar vor und nach der Therapie sowie drei, sechs und neun Monate nach dem Abschluss der Therapie.

Zur Prüfung der Wirksamkeit der Radontherapie erhielt eine Hälfte der Patienten im Behandlungszeitraum eine Therapie mit zwölf radonhaltigen Wannenbädern bzw. zehn Radonstolleneinfahrten und die andere Hälfte eine vergleichbare radonfreie Behandlung, zum Beispiel mit warmen Leitungswasser. Dabei waren die eingesetzten Badewässer durch die Patienten nicht zu unterscheiden.

Auch der behandelnde Arzt wusste nicht, ob der Patient eine Radon- oder eine Vergleichsbehandlung erhielt. Es handelte sich um eine doppelblinde Versuchsdurchführung; Ausnahmen bildeten nur Patienten, die den Heilstollen besuchten bzw. die dortige Vergleichsbehandlung erhielten. Über den Studienzeitraum wurden die Schmerzsituation und weitere Parameter durch die Patienten selbst und über die ärztlichen Untersuchungen dokumentiert. Die wissenschaftliche Betreuung und Auswertung aller Studiendaten erfolgte durch das Büro für medizinische Statistik in Bad Elster unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Franke. Dem Büro war die Zuordnung der jeweiligen Patienten zur Radon- und zur Vergleichsgruppe bekannt.

Auswertung

Die Auswertung der Studiendaten erbrachte folgendes Studienergebnis: „Die mit Radon behandelten Patienten erlebten eine deutlichere Schmerzreduktion als die Patienten unter der Vergleichsbehandlung“, unterstreicht Badearzt Dr. Christoph von Ascheraden, St. Blasien-Menzenschwand und führt weiter aus: „Die Überlegenheit der Radon-Behandlung wies zudem eine Nachhaltigkeit über die gesamte Beobachtungsdauer von neuen Monaten auf.“

Dies bestätigt die bereits in früheren, kleineren Studien nachgewiesenen analgetischen Effekte von seriellen Radonbehandlungen. Dieses Resultat belegt erneut, dass durch die Radontherapie eine Schmerzreduktion möglich ist, die auch über einen Zeitraum von neun Monaten anhalten kann. Für den Patienten kann damit unter Umständen die Einnahme von Schmerzmedikamenten verringert und sein gesamter Organismus mit Blick auf unerwünschte Medikamentennebenwirkungen entlastet werden.

Da die Studie als randomisierte, kontrollierte und teilweise verblindete Studie in verschiedenen, voneinander unabhängigen Zentren in Österreich und Deutschland durchgeführt wurde, erfüllt sie die Klasse 1b laut den Konzepten der evidenz-basierten Medizin. Sie ist daher ein wesentlicher Schritt zu einer künftig breiteren Anerkennung der Radontherapie als physikalisches Heilmittel im Rahmen der Heilmittelkataloge. Die IMuRa-Studie bildet somit den Anfang weiterer übergreifender Studien zur Radontherapie mit dem gemeinsamen Ziel einer langfristigen Steigerung der Bewertung durch Ärzte und Versicherungen.

Die IMuRa Studie wurde im November 2013 im Original veröffentlicht in Band 33 Ausgabe 11 von

Rheumatology International

Long-term benefits of radon spa therapy in rheumatic diseases:
results of the randomised, multi-centre IMuRa trial